Dienstag, 6. Oktober 2009

DIESELBE HERRLICHKEIT

"Wer mich liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren" (Johannes 14,21; Luther). "...damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein... Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien" (Johannes 17,21-23; kursiv von mir; Luther).


Wirf noch einmal einen Blick auf den kursiven Vers. Im wesentlichen sagt Jesus: "Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, Vater, habe ich ihnen gegeben". Christus macht hier eine unglaubliche Aussage. Er sagt aus, dass uns dieselbe Herrlichkeit gegeben worden ist, welche der Vater ihm gab. Was für ein verblüffender Gedanke. Doch, was ist das für eine Herrlichkeit, die Christus gegeben wurde, und wie gibt unser Leben den Blick auf jene Herrlichkeit frei? Sie ist nicht irgendeine Aura oder irgendein Gefühl; sie ist unbeeinträchtigter Zugang zum himmlischen Vater!


Jesus machte es uns einfach, Zugang zum Vater zu haben, indem er uns die Tür durch das Kreuz geöffnet hat: "Denn durch ihn [Christus] haben wir alle beide [wir und die Fernstehenden] durch 'einen' Geist den Zugang zum Vater" (Epheser 2,18). Das Wort "Zugang" meint die Berechtigung hereinzukommen. Es bedeutet freien Zutritt, wie auch direkte Ansprechbarkeit: "In ihm haben wir Freimütigkeit und Zugang in Zuversicht durch den Glauben an ihn" (3,12; Elberfelder).

Siehst du, was Paulus hier sagt? Durch den Glauben sind wir an einen Ort des unbeeinträchtigten Zugangs zu Gott gelangt. Uns geht es nicht wie Esther im Alten Testament. Sie musste auf ein Zeichen des Königs warten, bevor sie zum Thron hinzutreten konnte. Erst als er ihr sein Zepter entgegenstreckte,war es Esther erlaubt vorzutreten.

Dagegen sind du und ich bereits im Thronsaal. Und wir haben die Berechtigung und das Vorrecht den König jederzeit anzusprechen. Tatsächlich sind wir eingeladen, jegliche Bitte an ihn zu richten: "Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zum Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe" (Hebräer 4,16; Elberfelder).

Als Christus auf Erden diente, musste er sich nicht davonmachen, um im Gebet die Absicht des Vaters zu erlangen. Er sagte: "Ich kann nichts aus mir selbst tun. Ich tue nur, was der Vater mir sagt und zeigt" (vgl. Johannes 5,19). Heute ist uns genau derselbe Grad an Zugang zum Vater gegeben, den Christus hatte. Du magst sagen: "Augenblick mal. Ich habe denselben Zugang zum Vater, den Jesus hatte?"


Mach nicht den Fehler. Genau wie Jesus sollen wir oft und leidenschaftlich beten, Gott suchen, auf den Herrn warten. Aber wir müssen uns nicht davonmachen, um Gott wegen Kraft oder Führung anzuflehen, weil genau sein Geist in uns wohnt. Und der Heilige Geist offenbart uns die Absicht und den Willen des Vaters.