Mittwoch, 12. August 2009

UNSER DIENST

"Nun aber schauen wir alle mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wie in einem Spiegel" (2. Korinther 3,18; Luther). Was bedeutet es, die Herrlichkeit des Herrn zu schauen? Paulus spricht hier von hingegebener, fokussierter Anbetung. Das ist die Zeit, die Gott gegeben wird, um ihn einfach schauen. Und der Apostel fügt schnell hinzu: "So sieht also der Dienst aus" (4,1; Neue Genfer Übersetzung). Paulus macht deutlich, dass es ein Dienst ist, das Angesicht Christi zu schauen, dem wir uns alle weihen müssen.


Das griechische Wort für schauen in diesem Vers ist ein kraftvoller Ausdruck. Er bezeichnet nicht einfach nur einen "Blick zu werfen auf", sondern den "Blick zu fixieren". Das heißt, sich zu entscheiden: "Ich werde mich nicht von dieser Stelle bewegen. Bevor ich irgendetwas anderes mache, werde ich versuchen eine einzige Sache zu bewerkstelligen, ich muss mich in der Gegenwart Gottes befinden."

 

Viele Christen missinterpretieren den Ausdruck "schauen... wie in einem Spiegel" (3,18). Sie denken an einen Spiegel, in dem Jesu Angesicht auf sie zurückreflektiert wird. Aber das ist nicht, was Paulus hier meint. Er spricht von einem äußerst fixierten Blick, als ob man ernstlich versuchen würde etwas durch ein Glas zu erspähen, um es klarer zu sehen. Wir müssen unsere Augen in dieser Weise "festmachen", entschlossen, Gottes Herrlichkeit in dem Angesicht Christi zu sehen.Wir müssen uns in das Allerheiligste einschließen, mit dem einzigen Wunsch: derart konzentriert zu schauen, und mit einer solchen Hingabe innige Gemeinschaft zu haben, dass wir verändert werden.

 

Das griechische Wort für verändert ist hier "metamorphosiert", welches "verändert, umgeformt, umgestaltet" bedeutet. Jeder, der häufig in das Allerheiligste geht und seinen Blick konzentriert auf Christus richtet, wird metamorphosiert. Eine Umgestaltung findet statt. Eine solche Person wird fortwährend in das Ebenbild und das Wesen von Jesus verwandelt.

 

Vielleicht kommst du häufig in die Gegenwart des Herrn. Doch fühlst gar nicht, dass du dich veränderst, während du Zeit, eingeschlossen mit ihm, verbringst. Ich sage dir, du kannst wissen, dass eine Metamorphose gerade stattfindet. Mit Sicherheit geschieht etwas, weil niemand beständig die Herrlichkeit Christi schauen kann ohne umgewandelt zu werden. Beachte den letzten Satz in der Aussage von Paulus: "Wir alle... werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn." (3,18; kursiv von mir; Schlachter 2000). Nun beachte den vorangehenden Vers: "Der Herr aber ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, ist Freiheit." (3,17; Elberfelder)

 

Siehst du, was Paulus hier sagt? Er sagt uns: "Wenn du das Angesicht Christi anschaust, dann ist dort Freiheit zur Veränderung". Wenn wir uns in seiner Gegenwart aufhalten geben wir dem Heiligen Geist die Freiheit unser Leben zu regieren und mit uns zu tun, was er möchte. Das ist eine Tat der Unterordnung, die aussagt: "Herr, mein Wille gehört dir. Was auch immer dazu notwendig ist: wandle mich um in das Bild von Jesus".