Freitag, 27. März 2009

STERBEN IST GEWINN?

Paulus sagte es: "Sterben ist Gewinn" (Philipper 1,21). Diese Art von Rede ist unseren modernen geistlichen Wortschätzen absolut fremd. Wir sind derartige Lebensverehrer geworden, dass wir uns sehr wenig wünschen abzuscheiden, um beim Herrn zu sein.

Paulus sagte: "Ich bin hin- und hergerissen: Am liebsten würde ich das irdische Leben hinter mir lassen und bei Christus sein; das wäre bei weitem das Beste." (Philipper 1,23; NGÜ). Doch um der Erbauung der Bekehrten willen dachte er es sei am besten, "in der
irdischen Hülle zu bleiben", oder wie er es ausdrückte: "im Fleisch zu bleiben".

War Paulus krank? Litt er an einem ungesunden Todeskomplex? Wies Paulus einen Mangel an Respekt für das Leben auf, mit dem Gott ihn gesegnet hatte? Absolut nicht! Paulus lebte das Leben in vollen Zügen. Für ihn war das Leben ein Geschenk, und er hatte es gut genutzt, um einen guten Kampf zu kämpfen. Er hatte die Furcht vor dem "Stachel des Todes" überwältigt und konnte jetzt sagen: "Es ist besser zu sterben und beim Herrn zu sein, als im Fleisch zu bleiben."

Jene, die im Herrn sterben, sind die Gewinner; wir die wir bleiben sind die Verlierer. Tod ist nicht die ultimative Heilung: Auferstehung ist es!
Das Sterben ist die Überfahrt, und manchmal kann jene Überfahrt schmerzhaft sein. Egal wie verheerend sich Schmerz und Leiden auf diesen Körper auswirkt, sie sind nicht einmal wert mit der unaussprechlichen Herrlichkeit verglichen zu werden, die jene erwartet, die die Überfahrt durchleiden.

Jegliche Botschaft über den Tod macht uns zu schaffen. Wir versuchen selbst das daran denken zu ignorieren. Wir verdächtigen jene, die darüber reden, krank zu sein. Gelegentlich werden wir darüber reden, wie der Himmel sein muss, aber die meiste Zeit ist das Thema des Todes tabu.

Wie anders waren die ersten Christen! Paulus sprach viel über den Tod. Tatsächlich wird im Neuen Testament auf unsere Auferstehung von den Toten als unsere "selige Hoffnung" hingewiesen. Aber heutzutage wird der Tod als ein Eindringling angesehen, der uns von dem guten Leben abschneidet, an das wir uns gewöhnt haben. Wir haben unser Leben derart mit materiellen Dingen zugemüllt, dass wir im Leben festgefahren sind. Die Welt hat uns mit Materialismus in die Falle gelockt. Wir können nicht mehr den Gedanken ertragen, unser wunderschönes Zuhause, unsere geliebten Sachen, unseren bezaubernden Schatz zu verlassen. Wir scheinen zu denken: "Jetzt zu sterben wäre ein zu großer Verlust. Ich liebe den Herrn, aber ich brauche Zeit um meine Immobilie zu genießen. Ich bin verheiratet. Ich muss noch meine Ochsen besehen. Ich brauche mehr Zeit."

Ist dir aufgefallen, dass heutzutage wenig über den Himmel oder das hinter sich lassen dieser alten Welt geredet wird? Stattdessen werden wir mit Botschaften bombardiert, wie wir unseren Glauben benutzen können, um noch mehr zu erlangen. Was für eine unterentwickelte Vorstellung von Gottes ewigen Absichten! Kein Wunder, dass so viele Christen bei dem Gedanken an den Tod Angst haben. Die Wahrheit ist, wir sind weit davon entfernt, dass wir Christi Ruf, die Welt und all ihre Verwirrungen zu verlassen, verstehen. Er ruft uns zu kommen und zu sterben, zu sterben ohne uns selbst Denkmäler zu bauen, zu sterben, ohne uns Sorgen zu machen, wie man wohl unserer gedenken wird. Jesus hat keine Autobiographie hinterlassen, keinen Hauptverwaltungskomplex, keine Universität, noch eine Bibelschule. Er hinterließ nichts um sein Gedenken zu verewigen, außer Brot und Wein.